Schmerzen behandeln mit EMDR

In einer methodisch sehr hochwertigen neurowissenschaftlichen Studie zum Wirkungsmechanismus von EMDR, welche aktuell in dem wissenschaftlichen Fachjournal Nature veröffentlicht wurde, konnte gezeigt werden, dass das Verlernen von Angst durch alternierende bilaterale Stimulation (ABS) hocheffektiv beschleunigt werden kann. Die duale Applikation von bilateralen visuellen Stimuli in Form von hin- und her wandernden LED-Lichtern war dabei allen dargebotenen Kontrollbedingungen (kontinuierliche LED-Lichter, blinkende LED-Lichter, etc.) hochsignifikant überlegen. 
Hier der Link zu den Video: Link - die mit bilateraler Stimulation behandelten Tiere im rechten unteren Bildausschnitt zeigen deutlich weniger Freezing-Verhalten als die Kontrolltiere.
In den sich anschließenden Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass ein neuroyaler Schaltkreis, welcher von der oberen Vierhügelplatte über den Thalamus zur Amygdala zieht, durch die EMDR-Intervention modifiziert wird, sodass der hemmender Effekt vom Thalamus auf die Amygdala gestärkt wird.

Von Jonas Tesarz erschien zuletzt ein praxisnahes Handbuch zur Psychosomatik in der Schmerztherapie


Dieses Arbeitsbuch soll praxisnahes psychosomatisches Fachwissen für die Behandlung und Betreuung chronischer SchmerzpatientInnen vermitteln. Es gibt Schritt für Schritt praktische Fertigkeiten für den klinischen Alltag an die Hand.

Der Schmerz stand auch ganz im Fokus des diesjährigen EMDRIA Tages in Berlin! 

Auf der internationalen Fachtagung des Fachverbands für Anwender der psychotherapeutischen Methode Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDRIA) diskutierten im Rahmen eines eigenen Workshops über 200 Therapeuten und wissenschaftliche Experten über den Einsatz und die Wirkung von EMDR in der Behandlung chronischer Schmerzsyndrome. 

Die Folien zum Workshop finden sie hier

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 Auf dem diesjährigen "Deutschen Schmerzkongress 2016" in Mannheim soll im Rahmen des Symposium "Der gestresste Rücken: Psychobiologische Zusammenhänge von Stress und Rückenschmerz" wieder ein besonderer Fokus auf den Zusammenhang zwischen psychischen Traumata und Schmerz gelegt werden. 

Stress hat bekanntlich einen starken Einfluss auf die biologischen und psychosozialen Ebenen der Schmerzwahrnehmung. Es ist wissenschaftlich gut belegt, dass Distress die Entwicklung von nicht-spezifischem Rückenschmerz fördern und seine Intensität verstärken kann. Über welche Mechanismen Stress sich auf die Entstehung von Rückenschmerzen auswirkt, ist jedoch noch weitgehend unklar. Inhalt des Symposiums "Der gestresste Rücken: Psychobiologische Zusammenhänge von Stress und Rückenschmerz" auf dem deutschen Schmerzkongress soll eine differenzierte Darstellung über das aktuelle Wissen um mögliche Zusammenhänge zwischen Stress und chronischem Schmerzerleben, insbesondere chronischen Rückenschmerzen, sein.

Weiterlesen: Ankündigung Praxis-Workshop „Schmerzen behandeln mit EMDR“ 2017 in Heidelberg